#LossAndDamage - Schäden und Verluste durch die Klimakrise

3,6 Milliarden, die Hälfte aller Menschen, sind bereits heute von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen [1]. Besonders stark leiden die Menschen im Globalen Süden und Extremwetterereignissen und Langezeitfolgen der Klimakrise, obwohl sie am wenigstens zur Erderhitzung beigetragen haben. Zyklone, Hurrikane oder der Anstieg des Meeresspiegel verursachen Schäden und Verluste/Loss and Damage; ökonomische Schäden und Verluste z.B. durch die Zerstörung von Infrastruktur sowie nicht-ökonomische Auswirkungen, wie der Verlust von Kultur und Sprache, die durch die Unbewohnbarkeit vieler Gegenden ausgelöst werden.

Die Wissenschaft ist deutlicher als nie zuvor: sollten nicht drastisch Emissionen eingespart und eine Erderhitzung von über 1,5 Grad Celsius angesteuert werden, erhöht sich die Anzahl klimabedingter Schäden und Verluste drastisch. Schadenssummen im Globalen Süden belaufen sich bereits auf dreistellige Millionenbeiträge pro Jahr. Wisseschaftler:innen rechnen mit Summen von 290-580 Milliarden USD pro Jahr für Entwicklungsländer ab dem Jahr 2030 [2]. Die Konsequenz: hohe Verschuldung, schlechtere Zugänge an den Kapitalmärkten und insgesamt fehlt das Geld für Anpassungsmaßnahmen, die einen Teil der Schäden und Verluste noch eindämmen könnten.

Die Industrieländer verpflichteten sich bereits 2009, ab 2020 jährlich 100 Milliarden USD für internationalen Klimaschutz sowie Anpassungsmaßnahmen bereit zu stellen. Gelder für den Umgang mit Schäden und Verlusten sind hier nicht vorgesehen. Umso wichtiger, dass das neue post-2025 Finanzierungsziel Schäden und Verluste als dritte Säule integriert.

Was brauchen wir jetzt?

  • Die Entwicklung eines geeigneten Mechanismus, wie der ,,Loss and Damage Finance Facility‘‘, die finanzielle Mittel für den Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten bereitstellt.

  • Das neue internationale Klimafinanzierungsziel für nach 2025 muss nicht nur Gelder für Klimaschutz und Anpassung, sondern auch eine Säule für Schäden und Verluste enthalten.

  • Neue Finanzierungszusagen für klimabedingte Schäden und Verluste – auch im Rahmen von Initiativen.

  • Die Operationalisierung und finale institutionelle Ausgestaltung des Santiago Networks on Loss and Damage, welches technische Beratung beim Umgang mit Schäden und Verlusten bereitstellt sowie die Klärung der institutionellen Ausgestaltung.

Quellen

[1] 6. IPCC, WG II ,,Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit‘‘, 2022: https://www.de-ipcc.de/354.php

[2] „Loss and Damage from Climate Change“, 2019 https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-319-72026-5