Eine andere Welt ist Möglich!

Blick aus Berlin: Nie wieder ist jetzt!

Heute vor zwei Wochen haben 370 Millionen Menschen das Europäische Parlament gewählt. Die vielen Stimmen, die rechtsextreme Parteien dabei bekommen haben, machen vielen zurecht Sorgen. Die Auswirkungen des Rechtsrucks sind leider auch schon in Mönchengladbach spürbar. Der Angriff auf die Bewohner*innen und Mitarbeiter der Lebenshilfe macht dies nur allzu deutlich. Dass Menschen mit Behinderungen so offen und gezielt angegriffen werden, ist ein Angriff auf unsere fundamentalen Grundwerte der Menschenwürde und macht mir große Sorgen. Meine Solidarität gehört den Bewohner*innen und Angestellten des Lebenshilfe-Wohnheims Mönchengladbach.

Rechtsextremer Hass und Hetze richtet sich als Erstes in unserer Gesellschaft gegen Minderheiten und verwundbare Bevölkerungsgruppen. Die Verwendung des Begriffs „Euthanasie“ ist ungeheuerlich. Er verweist direkt und unverfroren auf die furchtbaren Verbrechen der Nazis, die gezielt Menschen mit Behinderungen ermordeten.

Der Angriff auf die Lebenshilfe Mönchengladbach zeigt in aller Deutlichkeit, wie wichtig es ist, dass wir uns alle gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Faschismus stellen. Menschen mit Behinderung dürfen nicht in Angst und Sorge leben, dass sich die Verbrechen der Nazizeit wiederholen. Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass die Geschichte sich wiederholt. Jedes Leben ist gleich viel wert, auf diesem Grundsatz, auf diesem Fundament steht unsere heutige Gesellschaft.

Wichtig wird jetzt nach dem Anschlag, dass wir in öffentlichen Räumen besonders darauf achten, dass Menschen mit Behinderungen sich sicher fühlen können. Lasst uns gemeinsam darauf achten – egal ob beim Einkaufen, auf der Straße oder bei Stadtfesten. Lasst uns auch darauf achten, dass jeglicher Rassismus und Antisemitismus immer klar angesprochen und nicht geduldet werden. Leider haben die letzten Wochen gezeigt, dass auch in eigentlichen Partys und Festen immer wieder Situationen auftreten, in denen beispielsweise gegen Menschen mit Migrationsgeschichte gehetzt wird. Lasst uns besonders in diesem Sommer gemeinsam in Mönchengladbach dafür sorgen, dass dies nicht passiert!