AB IN DEN BUNDESTAG!

Das Rheinland ist immer noch Europas größte CO2 Quelle und damit einer der zentralen Orte, der über unser aller Zukunft entscheiden wird. Hier am Tagebau Garzweiler möchte ich deshalb bei den Grünen für den Bundestag kandidieren. Ich will eine bessere Welt hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe und ich glaube fest daran, dass wir das zusammen schaffen können.

 

WER ICH BIN

Aufgewachsen bin ich im Schatten von Shells Ölraffinerien im Rheinland. Sie sind der Grund, warum ich im Alter von 13 Jahren begann, mich gegen die Klimakrise zu engagieren. Wenig später wurde ich Mitglied bei Bündnis 90/ Die Grünen und mit Anfang 20 zur Bundessprecherin der Grünen Jugend gewählt. Seit über 10 Jahren begleite ich die Verhandlungen auf den UN-Klimakonferenzen und schreibe derzeit ein Buch über internationale Klimadiplomatie & Geschlechtergerechtigkeit. Im Jahr 2017 gründete ich gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und anderen Aktivist*innen das internationale Institute of environmental justice e.V.

Die am Tagebau Garzweiler liegenden KVen Heinsberg und Mönchengladbach haben mir ihr Vertrauen für einen aussichtsreichen Listenplatz ausgesprochen. Mein Wahlkreis ist Mönchengladbach.

Eine andere Welt ist möglich

Liebe Freundinnen und Freunde,

das rheinländische Braunkohlerevier ist immer noch die größte CO2-Quelle Europas und damit einer der zentralen Orte, der über unser aller Zukunft entscheiden wird. Seit zwanzig Jahren engagiere ich mich für Klimagerechtigkeit, also auch dafür, dass die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und wir eine andere, eine solidarische Gesellschaft aufbauen. Um diese Ziele zu erreichen, habe ich auf den UN-Klimakonferenzen gearbeitet, mich als Sprecherin der Grünen Jugend auf Bundesebene für den Kohleausstieg engagiert und hier in meinem Zuhause, dem Rheinland, mich mit meinem Körper der Zerstörung von Wäldern und Dörfern entgegen gestellt. Die globale Bewegung für Klimagerechtigkeit, sie wird Jahr für Jahr stärker und vielfältiger – aber in den Parlamenten wird die Klimakrise immer noch nicht mit der nötigen Dringlichkeit behandelt. Deshalb möchte ich jetzt selbst in den Bundestag und mich dort weiter engagieren, für die Menschen in meinem Zuhause, der Region am Tagebau Garzweiler, als auch an der Seite derer, die die Klimakrise bereits am stärksten betrifft und betreffen wird.
Während ich meine Bewerbung für den Bundestag schreibe, brennt der Amazonas, Permafrostböden in Sibirien tauen auf und das freigesetzte Methan wird die Erhitzung unserer Erdatmosphäre auf unvorstellbare Weise verstärken. Wir sind dabei die Kipppunkte unseres Klimasystems zu überschreiten. Ich gebe zu, dieses Wissen versetzt mich in Panik und lässt mich nachts nicht schlafen.
Sind sie einmal überschritten, wird unser Klimasystem außer Kontrolle geraten. Wir werden in eine Welt rasen, die mindestens sechs Grad heißer sein wird. Um dies zu verhindern, bleibt nur noch sehr wenig Zeit. Was wir jetzt und in den nächsten Jahren für Maßnahmen ergreifen und welche Gesetze wir verändern und neu schreiben, wird darüber entscheiden, wie wir die Erde unseren Kindern hinterlassen. Dies ist der Grund, warum ich genau jetzt für den Bundestag kandidieren möchte. Die Forderung von Fridays For Future und die eindringlichen Warnungen der Klimawissenschaft, dass wir kämpfen müssen, damit der globale Temperaturanstieg nicht die 1,5 Grad überschreitet, ist mein Kompass für politische Entscheidungen.

Kein Grad weiter

Seit über 10 Jahren begleite ich die UN-Klimakonferenzen und werde dort immer wieder konfrontiert mit Geschichten über Inseln, die im Meer versinken, oder Wüsten, die sich ausbreiten und fruchtbares Land vernichten.  Menschen verlieren bereits jetzt ihre Lebensgrundlage und ihr Zuhause. Als 2013 der Taifun Haiyan mit bisher unbekannter Wucht auf Land traf, konnte meine Kollegin aus den Philippinen tagelang nicht ihre Familie und ihre Freunde erreichen. Wir waren zu der Zeit in Polen auf der UN-Klimakonferenz und versuchten die Verhandlungen um „Loss & Damage“ zu pushen – dafür, dass global Anpassungs- und Katastrophenschutzgelder bereit gestellt werden für gefährdete Regionen.
Die grausame Realität der Klimakrise und wie wichtig es ist, als Weltgemeinschaft in Solidarität zusammen zu rücken, und dass auch und besonders die deutsche Delegation auf dem internationalen Parkett der Klimadiplomatie sehr viel mehr leisten muss, ist mir sehr konkret und schmerzhaft an diesen Tagen bewusst geworden.

Ich habe aber auch gelernt, welche lokale Verantwortung auf uns im Rheinland lastet. Mit den drei Tagebauen werden nicht nur riesige Löcher in die Landschaft gerissen, darüber hinaus treiben die Kohlekraftwerke die Klimakrise immer weiter voran. In diese Situation hinein hat die Bundesregierung ein “Kohleeinstiegsgesetz” verabschiedet, das die Verfeuerung von Braunkohle im Rheinland auf 18 weitere Jahre festschreibt – das ist nicht nur das Todesurteil für sieben weitere Dörfer, sondern bedeutet auch, dass die 600 Millionen Tonnen Braunkohle unter ihnen gefördert und verfeuert wird. Deshalb möchte ich genau hier kandidieren, mich den zerstörerischen Kohlekonzernen weiter entgegen stellen, solidarisch an der Seite von “Alle Dörfer Bleiben”, FridaysForFuture und den mittlerweile vielen anderen Bündnissen und Initiativen der lokalen Zivilgesellschaft.  Auf internationaler Ebene möchte ich weiterarbeiten mit Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie besonders mit den Dachverbandsorganisationen der indigenen Bevölkerung.

Ein andere Welt ist möglich

Die Klimakrise trifft nicht alle Menschen gleich. Herkunft, Wohlstand und auch das Geschlecht entscheiden. Frauen in den Ländern des globalen Südens trifft es am stärksten, da sie mehr von Armut betroffen sind und weniger bis keinen Zugang zu Entscheidungsstrukturen haben. Aber auch in Deutschland sind die Vorstände fossiler Konzerne als auch Gremien der Politik nach wie vor männlich dominiert. Um die Klimakrise aufzuhalten, brauchen wir aber das Wissen, die Kompetenzen und die Perspektiven von allen Menschen und gerade auch das von Frauen. Ohne echte Gleichberechtigung aller Geschlechter, ohne eine Demokratisierung unserer Gesellschaft und der Bekämpfung von struktureller Ungerechtigkeit, werden wir es nicht schaffen, die Klimakrise aufzuhalten. Ich träume davon, eine bessere Welt zu hinterlassen als ich sie vorgefunden habe, und ich glaube fest daran, dass wir das zusammen schaffen können. Gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der die Menschen solidarisch und sozial beisammen sind. Eine queer-feministische und antirassistische Gesellschaft aufbauen, in der wir alle unteilbar zusammen stehen.

Rheinland – Eine Region der Zukunft!

In Mönchengladbach ist jedes dritte Kind von Kinderarmut bedroht und in Heinsberg steigt die Anzahl der von Altersarmut betroffenen Rentner*innen, während nur wenige Kilometer weiter der Kohlekonzern RWE Milliarden an Steuergeldern erhält – das ist ungerecht. Soziale Gerechtigkeit und die Bekämpfung der Klimakrise gehört für mich untrennbar zusammen. Genauso wie wir die Kohlekraftwerke abschalten müssen, müssen wir das repressive Hartz 4 System ablösen. Wir müssen eine Kindergrundsicherung genauso einfordern wie die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens: Damit Kinder heute in Würde aufwachsen können UND eine lebenswerte Zukunft haben.
Im Rheinland ist viel zu tun und gemeinsam mit den Grünen vor Ort möchte ich meinen Teil dazu beitragen, unsere Region zu transformieren – Weg von den fossilen Energien und hin zu Erneuerbaren sowie einer Wirtschaftsweise, die keine Landschaften zerstört und sichere, gute und grüne Jobs schafft. Eine echte Verkehrswende, die Land und Stadt verbindet mit gut ausgebauten ÖPNV und geschützte Rad(schnell)wegen, können wir hier vorleben.
Die Mitgliederversammlung des KV Mönchengladbach hat mich zu ihrer Direktkandidatin für den Bundestag gewählt und mir für die Bewerbung auf einen aussichtsreichen Listenplatz ihr Vertrauen geschenkt. Der Vorstand des benachbarte KV Heinsberg hat mir dafür ebenfalls sein Vertrauen ausgesprochen. Beide KVen liegen am Tagebau Garzweiler, sind betroffen von Umsiedlung, Umweltverschmutzung sowie der Zerstörung der Landschaft. Genau hier möchte ich mich der Zerstörung weiter entgegenstellen und für das Wohlergehen der Menschen der ganzen Region streiten. Dafür freue ich mich auf eure Unterstützung.

Eure Kathrin